TEAS

Das Projekt kurz und bündig

TEAS ist eine App zur digitalen Therapiedatenerfassung, welche sich zunächst hauptsächlich an Physiotherapeuten richtet. Dem Projekt zu Grunde liegt eine vergangene Kooperation der Fakultät Gestaltung mit der Fakultät Solziale Arbeit und Gesundheit, dazu später mehr. Mit TEAS ist es dem Therapeuten möglich, Patientenakten anzulegen und jegliche Informationen zu digitalisieren. Außerdem soll man die Auswertung einer vorbestimmten Bewegungs-Testreihe bequem auf dem Smartphone vor Ort vornehmen können. Zudem werden den Fachleuten weiterführende Informationen zu den Tests an die Hand gegeben.

Brainstorming

Am Anfang des Semesters hat im Rahmen des Kurses ein Brainstorming stattgefunden. Es wurden Schlagworte und Ideen zum Thema Gesundheit gesammelt.

Ideenfindungsprozess

Nachdem wir einige Impulsvorträge zum Thema Gesundheit gehört haben, unter anderem auch einen Vortrag von Prof. Axel Schäfer, welcher ein Forschungsprojekt für Physiotherapeuten (TebaGive) an der Fakultät S durchführt, war mir schnell klar, dass es im Bereich der digitalisierung der Patientendaten in Praxen ein großes Potenzial gibt. Bisher wird noch viel auf Papier dokumentiert. Die Angebote an Digitalservices für den Gesundheitsbereich sind noch sehr überschaubar. Die Idee, eine App zur Therapiedatenerfassung, aufbauend auf TebaGive zu entwerfen, war geboren.

Research

Im Vorherein habe ich mir angeschaut, welche Services es bereits auf dem Markt gibt, die einen ähnliches Angebot machen. Dabei fiel mir eine Hildesheimer Firma ins Auge, welche eine Praxissoftware entwickelt hatte, die unter anderem auch die Funktion bot, Patientendaten digital abzulegen bzw, aufzunehmen.

Außerdem habe ich eine Customer Journey Map erstellt, um Anforderungen und Probleme der Benutzer, in diesem Fall hauptsächlich der Therapeuten, aber auch der Patienten, zu identifizieren.

Analyse Ist-Zustand TebaGive

Außerdem habe ich mir die Funktionsweise der Studie TebaGive angeschaut. Bei einem Treffen mit Prof. Axel Schäfer stellte sich heraus, dass es zur Dokumentation von Testergebnissen auf einem digitalen Endgerät bisher noch fast keine akzeptable Lösung gibt. Gesetzt wird hier auf Papier. Beispielsweise dafür steht dieser Patientenfragebogen, allerdings werden so gut wie alle Daten, die während einer Behandlung aufgenommen werden, auf Papier dokumentiert.

Außerdem habe ich mir die aktuelle Website von TebaGive angeschaut. Dabei habe ich festgestellt, dass sie nicht besonders gut für Mobilgeräte optimiert ist. Die Wege zum Scrollen sind zu weit und es gibt zudem keine Möglichkeit, Daten zu erfassen. Die bisherige Website dient rein der Information.

Der Prototyp

Da sich aus dem Gespräch mit Physiotherapeuten herauskristallisierte, dass es insbesondere ein Bedürfnis nach einer für Möbilgeräte optimierte Darstellung gibt, fing ich an, eine App für das Smartphone zu entwerfen. Hintergrund dessen ist, dass die wenigsten Therapeuten während einer Behandlung einen Computer zur Verfügung haben, sondern eher ein Smartphone oder ein Tablet benutzen würden, um flexibel zu sein. Ein Computer wäre für die angenehme Verwendung der bisherigen TebaGive-Website allerdings vonnöten.

In meinem Protoypen wird man direkt von einem Patientenverzeichnis begrüßt. Hier hat man die Möglichkeit, einen neuen Patienten anzulegen, aber auch alle Daten zu den verschiedenen Patienten abzurufen, die in der Vergangenheit gespeichert bzw. erhoben worden sind, in den Patientendaten zu sehen. Hier sind neben Behandlungen auch Dokumente hinterlegt. Des Weiteren kann man über die Menüleiste auf die Übersicht aller TebaGive Tests zugreifen. Eine Behandlung startet man am besten vom Patientenverzeichnis aus. Von dort gelangt man zu Test 1, kann sich ein Video anschauen, Testbeschreibungen durchlesen und den Test direkt digital auswerten. Diese Auswertung soll automatisch in den Patientendaten gespeichert werden.

Styleguide

Im Verlauf des Designprozesses habe ich einen kleinen Styleguide erstellt, um das Design der einzelnen Screens möglichst einheitlich zu halten.

Der Protoyp zum Ausprobieren

Der Prototyp steht als Clickdummy unter folgendem Link zum Ausprobieren bereit:

https://xd.adobe.com/view/9d7696a7-a482-48fd-668b-ed85b385033f-eb47/?fullscreen

Fazit

Insgesamt hat sich das Umgestalten der TebaGive-Website, so wie es zuerst geplant war, als deutlich größerer Aufwand herausgestellt, als gedacht. Dies war aufgrund der technischen Hintergründe nicht ohne Weiteres möglich. Deshalb bin ich später im Prozess dazu übergegangen, einen Prototypen in Adobe XD zu erstellen, welcher mir die Freiheit gab, Funktionen zu gestalten und Designentscheidungen zu treffen, fernab technischer Vorraussetzungen. Für die Zukunft habe ich mit vorgenommen, meine Designs mit mehr Research und Benutzertests zu untermauern. Die Therapeuten, die ich im Vorherein über ihr bisheriges Vorgehen bei der Dokumentation befragen wollte, waren leider nicht gewillt, mit mir darüber zu sprechen. Jedoch sehe ich es als zwingend an, den Protoypen an der Zielgruppe häufiger zu testen, um die Bedürfnisse der Benutzer und die Funktionalität der App genau herausarbeiten zu können. Dennoch hat mir das Projekt großen Spaß bereitet, insbesondere, da ich mich neben dem Design in das Thema Gesundheit vertiefen konnte, welches zweifelsohne ein großes Feld im Design darstellt.


Dieser Prototyp ist im Rahmen des Projekts „Health Experience Design“ bei Prof. Stefan Wölwer entstanden.

Niklas Wilke, niklas.wilke@stud.hawk.de

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